Wie lange hält eine Autobatterie?

Das Wichtigste in Kürze

  • Defekte Autobatterien sind laut ADAC-Statistik die häufigste Pannenursache.
  • Durchschnittlich hält eine Autobatterie nur etwa fünf bis sieben Jahre, dabei wären sogar bis zu 15 Jahre drin.
  • Die Lebensdauer des Akkus ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die der Fahrzeughalter selbst beeinflussen kann.
  • Wir haben eine Liste mit Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, die Lebensdauer der Autobatterie zu verlängern.
  • Außerdem erklären wir, wie Sie eine angeschlagene Batterie eventuell noch retten können und was Sie bei einem Neukauf beachten sollten.

Häufige Fragen

Es gibt Fragen, die bezüglich der Lebensdauer einer Autobatterie immer wieder gestellt werden. Wir haben uns ein paar dieser häufigen Fragen herausgesucht und beantwortet.

Wie lange hält die Autobatterie, wenn das Auto steht?

Hier ist vor allem das Alter des Fahrzeugs von Bedeutung. Während moderne Autos heute oft mit zahlreichen elektronischen Spielereien ausgestattet sind, ist dies bei älteren Modellen eher seltener der Fall. Und so nützlich diese ganzen neuen „Gimmicks“ im normalen Alltag auch sein mögen, auf die Haltbarkeit der Autobatterie haben sie häufig einen negativen Einfluss.

Denn in diesem Zusammenhang bedeuten sie nämlich vor allem eines: Zusätzliche elektrische Verbraucher, die häufig auch noch aktiv sind, wenn das Auto nur in der Garage steht. In der Folge hält die Autobatterie bei modernen Fahrzeugen oftmals nur drei bis vier Wochen Standzeit durch, bevor sie leer ist und wieder geladen werden muss. Die Batterien bei älteren Fahrzeugen mit entsprechend wenig Elektronik halten hingegen oft sogar mehrere Monate Standzeit durch.

Wie lange hält eine Autobatterie, wenn das Licht eingeschaltet ist?

Wie lange die Autobatterie durchhält, wenn bei abgestelltem Motor das Licht eingeschaltet ist, ist von drei Faktoren abhängig.

Zunächst einmal kommt es darauf an, über welche Kapazität die Autobatterie verfügt. Größere Akkus mit einer höheren Kapazität können mehr Strom speichern als kleinere. Als nächstes ist der aktuelle Ladestand wichtig. Eine voll aufgeladene Batterie hält bei eingeschaltetem Licht natürlich länger als eine, die nur halb voll ist. Zu guter Letzt ist die Dauer aber auch vom Stromverbrauch der Beleuchtung selbst abhängig.

Standlicht etwa verbraucht mit 20 bis 40 Watt vergleichsweise wenig Strom. Eine voll geladene Autobatterie hält mit eingeschaltetem Standlicht ungefähr 10 bis 12 Stunden durch und das Auto springt dann üblicherweise immer noch an.

Anders sieht es schon bei der Warnblinkanlage aus, die auffälliger beziehungsweise heller sein muss und folglich auch mehr Strom verbraucht. Je nach Fahrzeug kommen für die Warnblinkanlage etwa 80 bis 130 Watt zusammen. Mit eingeschaltetem Warnblinklicht hält eine voll aufgeladene Autobatterie somit auch lediglich 2 bis 4 Stunden durch, ehe sie leer ist.

Wie lange hält eine Autobatterie ohne Laden?

Die Zeit, die eine Autobatterie ohne Laden überstehen kann, ist von der Batterietechnologie und von eventuell angeschlossenen elektrischen Verbrauchern abhängig. Grundsätzlich entladen sich alle Akkus mit der Zeit von selbst, auch wenn sie nirgends angeklemmt sind. Wie stark diese sogenannte Selbstentladung ist, hängt von den eingesetzten Materialien ab.

Bei modernen Lithium-Ionen Akkus beispielsweise beträgt die Selbstentladung gerade einmal maximal zwei Prozent pro Monat. Bei den meisten Autobatterien handelt es sich jedoch um Variationen des klassischen Bleiakkumulators. Die Selbstentladung bei Blei-Säure Batterien beträgt etwa fünf bis zehn Prozent pro Monat. Bei Blei-Gel Batterien ist die Selbstentladung mit ungefähr zwei bis fünf Prozent pro Monat etwas geringer.

In der Praxis bedeutet das, dass ursprünglich voll geladene Autobatterien, die nicht angeklemmt und stattdessen nur gelagert werden, nach etwa sechs bis zwölf Monaten so stark entladen sind, dass das Auto nicht mehr anspringt. Deutlich geringer fällt diese Zeitspanne aus, wenn die Autobatterie angeklemmt bleibt. Alarmanlage, Zentralverriegelung und die diversen Steuergeräte ziehen auch im Stand eine gewisse Menge Strom, so dass die Autobatterie bereits nach zwei bis sechs Wochen komplett entladen ist.

Wie lange hält eine Autobatterie im Winter?

Das ist vor allem von der Temperatur, den Fahrgewohnheiten und den eingeschalteten elektrischen Verbrauchern abhängig. Grundsätzlich ist es so, dass Akkus aus chemischen Gründen bei kalten Temperaturen an Kapazität verlieren. Eine Autobatterie ist durch die kalten Temperaturen im Winter bauartbedingt also schon einmal „vorgeschwächt“.

Ob sie nun im normalen Alltagsbetrieb wieder ausreichend aufgeladen wird, ist von den Fahrgewohnheiten abhängig. Die Lichtmaschine des Autos kann die Batterie nämlich nur während der Fahrt aufladen. Wer also häufig Kurzstrecke fährt, muss damit rechnen, dass die Fahrtzeit nicht ausreicht, um die Autobatterie wieder vollständig zu laden.

Da bei jedem Startvorgang allerdings weiter elektrischer Strom benötigt wird, kann es passieren, dass die Autobatterie irgendwann leer ist. Im Winter wird das Problem der häufigen Kurzstreckenfahrten zudem noch verstärkt. Licht, Scheibenwischer, Sitzheizung, Heckscheibenheizung, etc. benötigen ebenfalls Strom und sind dadurch zusätzliche Verbraucher, die einer schwachen Batterie den Rest geben können.

In Extremfällen hält eine Autobatterie im Winter nur wenige Tage durch, ehe sie mit einem Autobatterie Ladegerät wieder aufgeladen werden muss.

Wie lange hält eine Autobatterie bei Musik?

Die Antwort auf diese Frage hängt vom Audiosystem des Autos ab. Ein normales Autoradio mit einfachen Standard-Lautsprechern verbraucht etwa 60 Watt. Eine herkömmliche 12V Autobatterie eines Kleinwagens hat eine Kapazität von ungefähr 55 Ah. Man kann in dieser Konstellation bis zu fünf Stunden im Stand Musik hören, ehe das Auto nicht mehr anspringt weil die Batterie leer ist.

Das klassische Autoradio ist aber heutzutage eher nur noch selten verbreitet. Viele Autobesitzer haben stattdessen ein hochwertiges Multimedia-Sound-System mit leistungsstarken Boxen beziehungsweise Subwoofern. Die Leistungsaufnahme eines solchen HiFi-Systems ist um ein Vielfaches höher als bei einem einfachen Autoradio. In der Folge hält die Batterie beim Musik hören im Stand in dieser Konstellation nur wenige Minuten. Aus diesem Grund empfiehlt sich hier der Einsatz einer separaten Batterie.

Warum Autobatterien kaputt gehen

Die Starterbatterie zählt zu den klassischen Verschleißteilen an einem Auto. Auch wenn eine gute Autobatterie bei entsprechend guter Wartung und Pflege theoretisch ein normales Autoleben von etwa 15 Jahren überstehen könnte, ist dies in der Praxis so gut wie nie der Fall. Laut dem ADAC sind leere Autobatterien stattdessen die häufigste Ursache für Pannen. Untersuchungen zeigen zudem, dass die durchschnittliche Starterbatterie nur etwa fünf bis sieben Jahre durchhält, ehe sie getauscht werden muss. Doch warum ist das so?

Sulfatierung als Ursache für abnehmende Kapazität

Die sogenannte Sulfatierung reduziert die Kapazität eines Akkus und ist somit die Hauptursache für defekte Autobatterien (Blei-Säure Batterien). Bei diesem chemischen Prozess lagert sich kristallisiertes Bleisulfat an den Batterieplatten ab. Das Bleisulfat entsteht immer dann, wenn die Batterie unter einen kritischen Punkt entladen wurde.

Durch die Bleisulfat-Ablagerungen verkleinert sich die Oberfläche der Batterieplatten, wodurch die chemischen Reaktionen nicht mehr richtig ablaufen können. Werden die Akkus dann nicht wieder richtig aufgeladen, schließen sich die Kristalle des Bleisulfats mit der Zeit zu immer größeren Ablagerungen zusammen und setzen sich an den Elektroden fest.

Mit zunehmender Sulfatierung sinkt die Kapazität der Autobatterie immer weiter ab. Am Ende ist der Akku defekt und lässt sich sogar überhaupt nicht mehr aufladen.

Das können Fahrzeughalter tun, um das Leben der Autobatterie zu verlängern

Wie im vorigen Abschnitt erklärt, altern Autobatterien besonders schnell, wenn sie regelmäßig stark entladen und nur wenig wieder aufgeladen werden. Die wichtigste Maßnahme zum Funktionserhalt ist deshalb sogenannte Tiefentladungen zu vermeiden. Hier hat der Fahrer selbst verschiedene Möglichkeiten zu Einflussnahme.

  1. Schalten Sie zum Schonen der Starterbatterie elektrische Verbraucher wie Radio, Sitzheizung oder die Beleuchtung erst dann ein, wenn der Motor läuft.
  2. Wenn Sie häufig Kurzstrecken fahren müssen, sollten Sie während dieser Fahrten auf unnötige elektrische Verbraucher verzichten, damit die Batterie in der kurzen Zeit maximal aufgeladen werden kann.
  3. Ebenfalls ratsam bei einem hauptsächlich aus Kurzstrecken bestehenden Fahrprofil: Fahren Sie in regelmäßigen Abständen auch mal eine längere Strecke am Stück, damit die Autobatterie wieder vollständig geladen wird.
  4. Achten Sie auf eine ausreichende Pflege der Autobatterie: Korrodierte Pole und verschmutzte Kontakte können für Kriechströme verantwortlich sein, die die Batterie zusätzlich entladen.
  5. Klemmen Sie die Autobatterie im Fall von längeren Standzeiten lieber ab: Moderne Fahrzeuge verfügen über so viel Elektronik, dass diese sogar im Stand jede Menge Strom aus der Batterie saugen.
  6. Überprüfen Sie mit einem Multimeter beziehungsweise Spannungsanzeiger in regelmäßigen Abständen die Spannung der Autobatterie, denn diese sollte nicht unter 12,4 V fallen, um eine Sulfatierung zu vermeiden.
  7. Bei längeren Standzeiten oder auch bei häufigen Kurzstreckenfahrten im Winter empfiehlt es sich grundsätzlich, die Autobatterie in regelmäßigen Abständen mit einem Ladegerät wieder aufzuladen.

Angeschlagene Autobatterien wiederbeleben

Schwächelnde Autobatterien werden häufig durch Bleisulfat verursacht, das sich aufgrund von wiederholter starker Entladung an den Batterieplatten angesammelt hat. Das Bleisulfat „verdreckt“ die Batterie und diese lässt sich dann nicht mehr richtig aufladen. Oftmals ist dann ein Austausch der Batterie nötig. Allerdings nicht in jedem Fall.

Ein gutes Autobatterie Ladegerät, das über eine sogenannte Regenerierungsfunktion verfügt, kann vermeintlich „toten“ Akkus oftmals noch einmal neues Leben einhauchen. Während des Regenerierungsmodus gibt das Ladegerät gleichmäßige, hochfrequente Stromimpulse an die Batterie ab. Dadurch bilden sich die Kristalle auf den Batterieplatten zurück und die Autobatterie wird sozusagen „gereinigt“.

Wenn die Sulfatablagerungen nicht zu stark waren, kann die Ladefähigkeit der Batterie durch die Stromimpulse weitestgehend wiederhergestellt werden. Experten konnten in Versuchen so bis zu 80 Prozent vermeintlich schrottreifer Autobatterien mit Erfolg wiederbeleben. Die Ladespannung, die Säuredichte und der Kälteprüfstrom stiegen den Untersuchungen zufolge nach der Regenerierung deutlich messbar an.

Was man beim Kauf einer neuen Autobatterie beachten sollte

Wenn die Autobatterie defekt ist und die Regenerierungsfunktion des Ladegeräts keinen Erfolg brachte, ist ein Austausch üblicherweise unumgänglich. Beim Neukauf einer Starterbatterie gibt es jedoch einige Punkte, die man beachten sollte.

  1. Für eine neue Autobatterie müssen Sie mit Kosten von 50 bis 200 Euro rechnen.
  2. Pannendienste verbauen in der Regel Markenbatterien, die entsprechend teurer sind.
  3. Teure Autobatterien sind Tests zufolge nicht automatisch besser, oftmals bezahlt der Kunde nur das Marketing der Firmen.
  4. Nach Möglichkeit sollte man die Autobatterie einfach selbst wechseln, um nicht unnötig Geld auszugeben.
  5. Sehr viele Autobatterien im stationären Handel werden während der Lagerung nicht nachgeladen und sind beim Kauf überlagert.
  6. Gerade Batterien aus dem Baumarkt sind deshalb in vielen Fällen bereits vorgeschädigt, was die Lebensdauer verkürzen kann.
  7. Im Online-Versandhandel sind die Autobatterien seltener überlagert und zudem sogar oft günstiger.
  8. Auch beim Online-Kauf müssen Sie üblicherweise einen Batteriepfand entrichten.
  9. Die alte Autobatterie gehört nicht einfach an den Straßenrand oder in den Müll, sondern muss fachgerecht entsorgt werden.
  10. Bei der Abgabe einer alten Autobatterie erhalten Sie das Batteriepfand in Höhe von 7,50 Euro zurück.

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Wer schreibt hier? Hallo, ich bin Tom und schreibe auf dieser Seite über das Thema Autobatterie-Ladegeräte. Als Redakteur mit über 10 Jahren Berufserfahrung habe ich mich auf das Verfassen von Themen-Ratgebern spezialisiert. In meinen Artikeln versuche ich, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie möglichst für jeden verständlich sind.